Brigitte Linder

Liturgische Tücher

Liturgische Tücher in der Davidkirche

Seit Ende Oktober 2004 wechseln im Laufe des Kirchenjahres die Tücher auf dem Tisch, dem Taufstein, bei der Kanzel und neu auch das Tuch, das beim Kreuz an der Wand hängt. Wir haben damit eine Tradition aus der alten Kirche wieder aufgenommen - eine Tradition, wie sie in andern reformierten Kirchen auch schon belebt worden ist. Die katholische Kirche wie auch die lutheranische Kirche haben diesen Brauch nie verloren. Die einzelnen Farben wollen dabei helfen, den Charakter des Kirchenjahres und der einzelnen Feste zu verdeutlichen. Fünf verschiedene Farben werden sich im Laufe des Kirchenjahres so abwechseln:

WEISS
ist Symbol für die Reinheit und den Lichtglanz der Herrlichkeit Gottes. Weiss ist die Fülle allen Lichtes und aller Farben und wird an allen Christus Festen gedeckt: an Weihnachten, Ostern und der anschliessende Freudenzeit bis Himmelfahrt, und am Ewigkeitssonntag.

VIOLETT
Als die dunkelste und stillste aller liturgischen Farben wirkt sie ausgesprochen passiv. Sie lenkt hin zur Besinnung. Eingedeckt wird sie in den Vorbereitungszeiten vor den grossen Festtagen: in der Advents und Passionszeit. Dies waren in der alten Kirche Fastenzeiten.

SCHWARZ
ist die Farbe der Trauer. Sie wird nur einmal im Jahr bei uns in der Kirche hängen und zwar am Karfreitag, am finstersten Tag der Geschichte Christi. ROT erinnert die Kirche an das Feuer des Heiligen Geistes. Diese Farbe wird deshalb an all den Tagen, an denen die Kirche an ihren Auftrag denkt, gedeckt: am Pfingstfest, dem Reformationstag, an Missionsfesten, an den Konfirmationen und bei Ordinationen.

GRÜN
Diese Farbe des Wachstums, der Saaten und Felder und des pflanzlichen Lebens überhaupt symbolisiert das Wachsen der Gemeinde Gottes. Grüne Tücher werden an den Sonntagen nach Weihnachten bis in die Fastenzeit und nach Pfingsten bis zum zweitletzten Sonntag im Kirchenjahr gedeckt. Dieser langen sogenannten Trinitatiszeit entspricht in der Natur die Zeit des Wachsens und Gedeihens bis hin zur Ernte. So soll auch sinnbildlich das ausgesäte Wort Gottes gedeihen, reifen und in der Gemeinde Frucht bringen.
Bereitgestellt: 09.07.2013     
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